Jona Jakob - Aschaffenburg

Philosophische Gespräche

Sind nicht alle Gespräche philosophisch? Vermutlich schon.

Was mir jedoch hier wichtig ist: Es ist schön, mit Philosophischen Schulen trumpfen zu können. Doch was zählt, ist nicht die hehre Theorie, sondern vielmehr keine wirkliche Antwort zu finden.

Im Philosophischen Gespräch kann erst einmal alles zu Grunde gerissen werden. Das sind dann einstürzende Neubauten, hier wird blank gezogen, schonungslos und ohne Rücksicht werden Dinge sichtbar gemacht, Wunden aufgelegt, Dinge bezweifelt.

Und dann wird meist kaum etwas verarztet davon. Vielmehr wird betrachtet, was alles an Möglichkeiten nun einem zur Verfügung steht. Ein gutes Philosophisches Gespräch, oft eine Kunst der Dialogik, ist wie ein feinsäuberlich einzeln hingelegter Haufen von Mikado-Stäbchen. Man löst auf, wenn die Betrachtung und Reflexion keinen Gedanken mehr herzugeben scheint. Und man steht vor einem Haufen von Antworten, Betrachtungen, Perspektiven - einer Vielzahl von Antworten.

Dann ist man in der Lage, mit dieser unbeantworteten Vielzahl von Antworten zu gehen, vertrauend darauf, dass diese in einem die Dinge schlüssig werden lassen. Und mehrfach abgestützt, wie verargumentiert aufgehoben. Eine Kunst der Belastung.

Ein Fest.

08.11.2018 05:31

Datum: Ende August 2018
Ort: Kunst- und Kongresshaus Thun
Anlass: Forum Fokus Ehtik Schweiz
Thema: Ich
Dauer: Zwei Tage
Gäste: 200 - 300

Karin Mayerhofer Dobler (Autorin, Lehrerin) und ich am Forum FOKUS ETHIK in Thun. Begegnungen und Gespräche mit André von Wattenwyl und Barbara Bleisch, Maya Burkhard (Coach und Moderation), Nathalie Ernst (Bank von Tobel) und vielen Teilnehmenden. Nährender Tag. Danke. – hier: KKThun, Kultur- und Kongresszentrum Thun.


Bild: Selfie von Jona Jakob mit iPhone / Mit Erlaubnis von Karin Mayerhofer Dobler. Lieben Dank.

04.11.2018 06:20

Bericht zur Teilnahme bei 'Deutschland spricht' von Jona Jakob

... treten durch die Eltern von hinten nach vorne hindurch und sind dann die Führenden. (Hellinger)

Dieser Beitrag handelt von meinen Glück durch eine Erfahrung mit einem jungen Menschen:

Man kann von Bert Hellinger halten, was man will. Als Begründer der Familienaufstellungen hat sein Verfahren bestimmt seine Berechtigung erlangt. Mir selber hat in einer Biografie aus seinem Schaffen eine Stelle besonders gut gefallen. Hellinger beschreibt es so:

Es kommt der Tag, wo die 'Jungen' (die eigenen Kinder) von hinten durch die Eltern hindurch nach vorne gelangen und von da an die 'Wichtigeren' sind (als eben die Eltern). Er beschreibt das. als würde man wie ein Nebel, ein Geist ein Beam durch den Körper der Eltern hindurch nach vorne transformieren.

Womit begründet er den Gedanken der aus zwei Teilen besteht?

a) die Bewegung/Transformation an sich (von hinten hindurch nach vorne) und

b) danach die Wichtigeren sind, als die eigenen Eltern.

Hellinger argumentiert: Die höhere Wichtigkeit besteht NICHT in der elterlichen Etablierung von Haus, Vermögen, Sicherheit und allenfalls den eigenen Kindern und womöglich dem Mittel eines absehbaren Erbes.

Die 'höhere Wichtigkeit' etabliert sich für Hellinger darin, dass die Kinder es nun sind, welche neue Nachkommen zeugen können. Der Erhalt an sich ist wichtiger, als das Errungene. Die gealterten Eltern können keine Nachkommen mehr zeugen und stehen damit mit dieser Chance nicht mehr in der Entwicklung eines nachhaltigen Verlaufs, nämlich dem, dass die Familie fortbesteht.

- - -

Nun zum aktuellen Erlebnis und was mir in Bezug zu jungen Leuten in diesen Tagen bewusst geworden ist.

Ich habe bei der Aktion 'Deutschland spricht' mitgemacht. Ich habe die Erlaubnis meiner jungen Gesprächspartnerin, das Gespräch bzw. das Selfiebild frei zu nutzen.


Bild: Selfie von Jona Jakob per iPhone / Mit Erlaubnis von Annika - lieben Dank.

Aktion 'Deutschland spricht' #Deutschlandspricht https://www.tagesschau.de/inland/deutschland-spricht-133.html

Die Aktion hatte für mich eine Gesprächspartnerin ausgewählt, wir beide wollten mitmachen und so fand der Termin letzten Sonntag statt. Dann entstand ein Gespräch über 3,5 Stunden (eine war vorgesehen) und das Bild oben von uns beiden:

Obwohl Annika, 22 Jahre alt, Bachelor in Psychologie, hinter mir steht (siehe Schultern) steht sie im Bild im Vordergrund.

Ihre Kraft, ihre Energie, ihre Frische in der Debatte, Ihre Standpunkte, Ideen, Anliegen und ihr Idealismus sind so kraftvoll lebendig, ... die Erfahrung für mich persönlich aus dem Gespräch ist die, das ich bestenfalls nur noch ein mittragender, alter Beobachter zu sein vermag, jemand, der echt keine Wichtigkeit mehr hat oder noch erlangt.

Was in Marketingabteilungen, Zielgruppen, Lösungen und Veränderung in der Welt geschieht, basiert auf diesem Vulkan der Jugend. Ich sollte ihr als alter Besserwisser nicht im Weg stehen - ich habe einzig, einer jungen Pflanze gleich, für gutes Gedeihen etwas beizutragen, zu stützen, allenfalls mal aufzurichten.

An nichts ist mir Hellingers Gedanke so sichtbar geworden, wie an dieser Begegnung und dem damit entstandenen Bild, dass diese mir schier fremden jungen Leute wichtig sind, nicht meine Restjahre oder ein vermeintliches Vermögen.

An dem Gedanken können Sie nun die Weltbelastungen reflektieren, sei es als Dieselskandal, als Plastikverschmutzung, Innovationstransformation, Kriegen und Krisen, Chancen und Gefahren oder sonst irgend einer jungen Entwicklung - es zählt, was für diese noch nicht gelebten Lebensjahre zählt. Es zählt nicht mehr, was man selber als gelebte Jahre auszuweisen vermag.

Ich war, was ich wirklich selten bin, etwas neidisch - bei allem Gönnen und Freuen von Herzen :-) und ich war tatsächlich einige Tage leicht ohne Boden. Sie ist es, die jetzt von dannen zieht. Ich selber verblieb kinderlos - nun war mir das eine Lektion.

Go ahead, dear Annika! Go ahead ...

Jona, der im Sinne des Wortes hinter Dir steht.

P.S. Annika wünscht sich übrigens, dass wenigstens etwas weniger Fleisch konsumiert wird. Oder besser gar kein Fleisch bzw. möglichst keine tierischen Produkte. Sie sagt: "An dieser Stelle deines Konsums kannst du am meisten bewirken, was zur Entlastung der Umwelt führt.
Annika N., 22, Aschaffenburg
04.11.2018 06:13

Teilnahme an der Aktion 'Deutschland spricht'

Datum: 23. September 2018
Ort: Aschaffenburg, Raum für Gespräche
Anwesend: 2 Personen
Gespräch: Streitgespräch … ganz ohne Streit
Thema: Fleischkonsum
Vorgesehene Dauer: 1 Stunde
Im Gespräch: 3,5 Stunden
Fazit: Unbezahlbar

"Deutschland spricht" ist die Plattform für politische Zwiegespräche von ZEIT ONLINE. Das Versprechen: Menschen zusammenbringen, die politisch völlig unterschiedlich denken und möglichst nahe beieinander wohnen. Am 23. September 2018 trafen sich Tausende Menschen in ganz Deutschland. Insgesamt elf Medienhäuser riefen in diesem Jahr gemeinsam zu der Aktion auf. Schirmherr war Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

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